Andacht Gemeindebrief

August – September 2022

GOTT lieben, das ist die allerschönste Weisheit.

Buch Jesus Sirach Kap. 1 Vers 14

Liebe Gemeindeglieder, liebe Leserinnen und Leser,

so fühlt es sich also an, wenn man mit seiner Weisheit am Ende ist. Wer weiß: vielleicht haben Sie es persönlich schon einmal erleben müssen. Aber dass wir jetzt als Gesellschaft am Ende unserer Weisheit angelangt sind, ist für fast alle von uns neu.

Und doch ist es so. In meinen Augen bringt es auch nichts, darüber hinwegzusehen. In vielen Gesprächen höre ich derzeit: „Ich bin ratlos.“ Und mir geht es nicht anders.

Frieden, der bedroht wird. Aufrüstung, die als alternativlos dargestellt wird. Dürre, die nicht wirklich zu enden scheint. Energie, die unbezahlbar wird.

Wie soll das weitergehen? Wie verhindern wir, dass es zu massiven gesellschaftlichen Auseinandersetzungen kommt? Wie gewinnen wir eine Perspektive für die Zukunft?

Im biblischen Monatsspruch für den September heißt es: Gott lieben, das ist die allerschönste Weisheit. Ein Wort, das vertröstet? Ein Wort, das eine fromme Soße über unsere Probleme gießt? Ich denke: nein. Sondern ein Wort, das uns die Augen für die Wahrheit öffnet.

Unsere Zeit braucht Menschen, die besonnen reden, besonnen nachdenken und besonnen handeln. Unsere Zeit braucht Menschen, die versuchen, den Problemen unserer Welt auf den Grund zu gehen. Unsere Zeit braucht Menschen, die bereit sind, umzukehren und damit beginnen, sich zu ändern.

Wir können solche Menschen sein, wenn wir Gott lieben. Denn Gott lieben, das bedeutet, auf seine Zusagen zu bauen und zu vertrauen. Das bedeutet, die Welt mit den Augen Gottes zu sehen. Gott sieht eine Zukunft für uns. Gott will, dass wir einen guten Weg finden. Gott kennt uns alle mit Namen und gibt keinen von uns verloren.

So zu leben, ist weise. Denn indem wir Gott lieben und an seinen Zusagen festhalten, werden wir vor Panik und Wut bewahrt. Da können wir es lernen, besonnen zu leben. Da behalten wir einen Hoffnungsfaden in der Hand, der durch nichts zerrissen wird. Wo wir mit unserer Weisheit am Ende sind, ist es weise, das Vertrauen auf Gott nicht zu verlieren.

Bleiben Sie behütet!

Ihr Superintendent Jochen Kinder