Katharina-von-Bora-Kirche Neukieritzsch

Moderne Kirche im Stil eines Gemeindezentrums. Auf dem Markt des Ortes befindet sich ein Denkmal, hinweisend auf das früher westlich des Ortes gelegene Wirtschaftsgut Zölsdorf der Familie Martin Luthers.

1998 fand die Einweihung der Katharina-von-Bora-Kirche in Neukieritzsch statt. Eigentlich ist es ein bisschen merkwürdig, 2018 das 20jährige Bestehen einer Kirche zu feiern.
Wenn wir die Kirchen in Kieritzsch, Lobstädt, Großzössen oder Kahnsdorf betrachten, so haben diese 500 bis 600 Jahre bewegte Geschichte hinter sich. Wir müssen uns unsere historische Bedeutung erst noch erarbeiten. Aber wer kann schon sagen: ich habe mitgeholfen oder mit verfolgt, wie eine Kirche gebaut wurde! Und das ist ein unbeschreibliches Privileg für uns. An die Aufbruchstimmung nach der Wende können Sie sich bestimmt noch erinnern.
Auch der Kirchenvorstand von Neukieritzsch mit Pfarrerin Rupp wollte die Kirchräume in der ehemaligen Ofenfabrik fit für die Zukunft machen: neue Heizung, neuer Fußboden. Wärmedämmung …
Wir suchten das Gespräch mit dem Kirchenbezirk Borna und unserm Bügermeister über eventuelle finanzielle Zuschüsse. Der Bürgermeister teilte uns mit , dass Neukieritzsch einen neuen Marktplatz bekommt und dass da auch eine Kirche hingehört. Zunächst waren wir von der Unmöglichkeit dieser Sache überzeugt. Aber die Idee und die Chance uns in der Ortsmitte zu etablieren, ging dem Kirchenvorstand nicht mehr aus dem Kopf. Eine Kirche bauen zu wollen, ist ein nicht alltägliches Ansinnen. Wir besprachen unser Vorhaben mit Superintendent Vollbach in Borna. Er hörte sich unsere Idee an und verabschiedete uns dann sehr diplomatisch mit dem Hinweis: wenn ihr die erste Million für den Bau gesammelt habt könnt ihr wiederkommen. Der Rest wird dann schon. Und so waren wir ganz schnell in der Realität angekommen.
Dennoch, wir wagten es. So haben wir uns, vielleicht ein wenig blauäugig, auf diese Herausforderung eingelassen. Da in den letzten Jahren kein Kirchenneubau im Kirchenbezirk erfolgte, konnten wir auf keinen Erfahrungsaustausch hoffen. Umso dankbarer waren wir für die erstaunliche Resonanz der Bevölkerung. Wie überall war die Finanzierung die Hauptfrage. Einen großen Teil der geplanten Summe waren die Kohleersatzgelder des devastierten Dorfes Breunsdorf.
Die ersehnte Einweihung erfolgte nach ca. einjähriger Bauzeit. Nun fühlen wir uns mit dem vielseitig nutzbaren Kirchenraum wohl. Ebenso sind Räume für Christenlehre, für Senioren, für Kinder und Jugendliche vorhanden.
Wir möchten Sie in unser Gemeindezentrum einladen. Besuchen Sie uns. Feiern Sie mit uns Gottesdienst oder genießen Sie die Stille des Raumes mit völlig anderem Ambiente, mit Spuren von Katharina von Bora, mit Epitaphen aus der ehemaligen Kirche in Breunsdorf, mit einem besonderem Wandteppich, mit modernem Altar und mit vielen Erlebnissen rund um den ersten evangelischen Kirchenneubau in Sachsen nach 1989.

Foto: Martin Waitschullis