Kirche Lobstädt

Foto: Martin Waitschullis

Sie ist alt, schlicht und irgendwie schön. Die Kirche zu Lobstädt.

Dazu hat sie eine recht gute Akustik. Eine „würdige alte Dame“ mit ihren 530 Jahren. 1490 ist sie erwähnt und auf den Resten eines spätromanischen oder frühgotischen Unterbaues errichtet worden. Innerhalb dieses halben Jahrtausends widerfuhren ihr mehrere bautechnische aber auch „kosmetische“ Veränderungen, so umfassend nach einem Brand 1610, einer Sanierung 1839 und Restaurierungen 1959, 1982 und insbesondere nach 1990. Letztere im großen Maße durch Eigenleistungen der Kirchgemeindeglieder und unter den erschwerten Bedingungen der Materialbeschaffung in der DDR. Im Chor der Kirche seiht man rechts und links jeweils eine Schnitzfigur von Johannes d. T. und Moses. Sie stammen vom Kanzelaltar, der, da nicht mehr erhaltbar, in der Mitte des 20. Jahrhunderts abgebaut wurde. Somit entstand die schlichte und geräumige Ansicht des heutigen Altarrraumes. Der Altar und Taufstein wurden vom damalss ortsansässigen Arzt gestiftet. Dazu kamen Ausstattungsteile aus abgebaggerten Kirchen des Umlands. Die frühbarocke Kanzel stammt aus Zehmen, wie auch eine Christusfigur, ein großes barockes Kruzifix aus Görnitz, ein Altarflügel mit der Figur des Hl. Jakobus d. Ä., dessen Herkunft nicht mehr zu ermitteln ist, 2 Gemälde sind auf der Empore zu sehen, wie auch die große Orgel von Richard Kreutzbach.
Zum Gottesdienst wird man mit dem Klang von drei Glocken eingeladen, wovon eine eine Gravur der Herren von Einsiedel trägt. Begrüßt wird man in der Vorhalle auch von zwei Porphyr-Grabdenkmälern, des Erasmus von Könneritz (+1563) und ebenso in Rüstung des Hironymus von Schleinitz (+1603). Betritt man dann den flachdeckigen Kirchensaal mit den Bankreihen, die 1985 eine Elektroheizung bekamen, entwickelt man vielleicht ein Gefühl dafür, wie viele Gottesdienste hier über die vielen Jahre stattgefunden haben. Es dürften weit über vierzigtausend gewesen sein, die seit Ersterwähnung vom Erzpriester Syboto (1299) von 5 katholischen und 27 evangelischen Geistlichen gehalten wurden. Durch die stetig sinkenden Gemeindegliederzahlen konnte die Kirchgemeinde nicht mehr ihre Eigenständigkeit erhalten und ist seit 2018 der Kirchgemeinde Borna beigeordnet. Regelmäßige Gottesdienste finden weiterhin in einem entsprechendem Rhythmus statt und  „die alte Dame“ steht auch nach jeweiliger Anmeldung für einen Besuch und einem Gespräch von Besuchern mit Gott offen. Sie freut sich wie alle Alten über jeden Kontakt. Schauen Sie einfach rein!