Laurentiuskirche Kahnsdorf

Foto von Martin Waitschulis

In der Bulle aus dem Jahre 1473 von Papst Sixtus IV. (1414 – 1484), nach dem die Sixtinische Kapelle in Rom benannt ist, wird die gotische Saalkirche in Zöpen erstmals erwähnt und erhält damit den Namen St. Laurentius. Der große Umbau im Jahre 1693 verlieh der Kirche einen barocken Charakter. Altar und Kanzel fertigte der Bildhauer Andreas Griebsteiner aus Weißenfels an. Für die dörflichen Verhältnisse muss dieser Umbau am Ende sehr prachtvoll gewirkt haben. Der Turm wurde erst im Jahre 1744 mit einer Spitze vesehen und erreichte eine Höhe von 53 m.

Der Leipziger Philosophieprofessor Johann Christian Gottlieb Ernesti (1765 – 1802), der auch in Kahnsdorf verstarb und dort begraben wurde, lud auf das familieneigene Rittergut in Kahnsdorf Friedrich Schiller (1759 – 1805) und Christian Gottfried Körner (1756 – 1831) ein. Später trafen sich weiterhin Leipziger Kulturgrößen im Kahnsdorfer Gut. Da ist besonders der Gewandhauskapellmeister Felix Mendelssohn Bartholdy (1809 – 1847) zu nennen.

In der Zeit der napoleonischen Kriege zogen die großen Heere an Zöpen und Kahnsdorf glücklicherweise vorbei. Die drei Glocken wurden im Jahre 1844 von der Firma Jauck aus Leipzig neu gegossen und am 26. November 1844 feierlich in den Dienst gestellt. Intensive Arbeiten am Kirchenschiff wurden im Jahre 1881 durchgeführt, indem der Mittelteil niedergebrochen und neu aufgerichtet wurde. Der an vielen Kirchenneubauten in Leipzig beteiligte Hugo Altendorff (1843 – 1933) leitet die Bauarbeiten. Zu DDR-Zeiten fand eine Renovierung von 1968 – 1970 statt. Das Altarkreuz von der nahegelegenen und weggebaggerten Kirche in Hain wurde im Eingangsbereich der Laurentiuskirche aufgestellt. Von 1990 bis 1994 fand die letzte große Renovierung der Außenfassade und des Innenmschiffes statt, aber nicht der Turmkonstruktion.